Die Tabellen zeigen die bundesrechtlichen Parameter für Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und Solidaritätszuschlag. Rechtsstand ist der 28.10.2026. Die Gewerbesteuer-Parameter gelten für den Erhebungszeitraum, die Körperschaftsteuer-Parameter für den Veranlagungszeitraum (VZ). Der Hebesatz ist kein Bundeswert und steht deshalb nur als Rahmenregel in der Tabelle.
Felder der Vergleichstabelle
| Steuerart | Ebene | Bemessungsgrundlage | Satz oder Messzahl | Freibetrag | Hebesatz | Anrechnung | Ergebnisgröße |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Körperschaftsteuer | Körperschaft (z. B. GmbH, AG) | zu versteuerndes Einkommen | Steuersatz | nur für bestimmte Körperschaften | nicht vorhanden | nicht vorhanden | festgesetzte Körperschaftsteuer |
| Solidaritätszuschlag | Körperschaft | festgesetzte Körperschaftsteuer | Zuschlagsatz | keine Freigrenze | nicht vorhanden | nicht vorhanden | Zuschlag in EUR |
| Gewerbesteuer | Gewerbebetrieb (Einzelunternehmen, Personengesellschaft, Kapitalgesellschaft) | Gewerbeertrag | Steuermesszahl, dann Hebesatz | nur natürliche Personen, Personengesellschaften und bestimmte Unternehmen | Gemeinde | § 35 EStG nur bei Einkünften aus Gewerbebetrieb der Einkommensteuer | Steuermessbetrag, dann Gewerbesteuer in EUR |
Zur Rechtsform: Bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften fällt Einkommensteuer auf der persönlichen Ebene an. Gewerbesteuer-Anrechnung, Verlustvorträge und Gewinnermittlungsart bleiben fallabhängig.
Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag
Rechenweg: Körperschaftsteuer = zu versteuerndes Einkommen × Steuersatz. Solidaritätszuschlag = festgesetzte Körperschaftsteuer × 5,5%. Beträge werden in EUR auf Cent gerechnet. Bruchteile eines Cents bleiben beim Solidaritätszuschlag außer Ansatz. Kirchensteuer ist nicht berücksichtigt.
| VZ | Parameter | Art | Wert | Einheit | Gültigkeit | Fundstelle |
|---|---|---|---|---|---|---|
| bis 2027 | Körperschaftsteuersatz | Steuersatz | 15 | % des zu versteuernden Einkommens | geltendes Recht | § 23 Abs. 1 Nr. 1 KStG i. d. F. Art. 2 StInvSofortPG (BGBl. 2025 I Nr. 161) |
| 2028 | Körperschaftsteuersatz | Steuersatz | 14 | % | verkündet, anwendbar ab VZ 2028 | § 23 Abs. 1 Nr. 2 KStG, ebenda |
| 2029 | Körperschaftsteuersatz | Steuersatz | 13 | % | verkündet, anwendbar ab VZ 2029 | § 23 Abs. 1 Nr. 3 KStG, ebenda |
| 2030 | Körperschaftsteuersatz | Steuersatz | 12 | % | verkündet, anwendbar ab VZ 2030 | § 23 Abs. 1 Nr. 4 KStG, ebenda |
| 2031 | Körperschaftsteuersatz | Steuersatz | 11 | % | verkündet, anwendbar ab VZ 2031 | § 23 Abs. 1 Nr. 5 KStG, ebenda |
| ab 2032 | Körperschaftsteuersatz | Steuersatz | 10 | % | verkündet, anwendbar ab VZ 2032 | § 23 Abs. 1 Nr. 6 KStG, ebenda |
| bis 2027 und ab 2028 | Freibetrag für bestimmte Körperschaften | Freibetrag, höchstens in Höhe des Einkommens | 5.000 | EUR | gilt nicht für Körperschaften, deren Leistungen bei den Empfängern Einnahmen nach § 20 Abs. 1 Nr. 1 oder 2 EStG sind (z. B. GmbH, AG), und nicht für Vereine nach § 25 KStG | § 24 Satz 1 und Satz 2 Nr. 1 bis 3 KStG |
| alle VZ | Solidaritätszuschlag auf Körperschaftsteuer | Zuschlagsatz | 5,5 | % der festgesetzten Körperschaftsteuer | geltendes Recht; die Freigrenze des § 3 Abs. 3 SolzG gilt nur für einkommensteuerpflichtige Personen | § 3 Abs. 1 Nr. 1, § 4 Satz 1 SolzG |
| alle VZ | Gewerbesteuer als Aufwand | Abzugsverbot | 0 abziehbar | EUR | Gewerbesteuer und Nebenleistungen sind keine Betriebsausgaben | § 4 Abs. 5b EStG |
Die Gewerbesteuer mindert den Gewinn nicht. Sie ist daher in der Gewinnermittlung hinzuzurechnen, bevor Körperschaftsteuer oder Einkommensteuer berechnet wird.
Gewerbesteuer: Parameter und Hebesatz
Rechenweg: Gewerbeertrag auf volle 100 EUR abrunden, Freibetrag abziehen (höchstens bis 0), mit 3,5% multiplizieren (Steuermessbetrag) und mit dem Hebesatz der Gemeinde multiplizieren. Die Hinzurechnungen und Kürzungen stehen vor dieser Rechnung. Erhebungszeitraum ist das Kalenderjahr (§ 14 Satz 2 GewStG ).
| Parameter | Art | Wert | Einheit | Gültigkeit | Fundstelle |
|---|---|---|---|---|---|
| Abrundung des Gewerbeertrags | Rundungsregel | volle 100 | EUR, nach unten | alle Erhebungszeiträume | § 11 Abs. 1 Satz 3 GewStG |
| Gewerbeertragsfreibetrag natürliche Personen und Personengesellschaften | Freibetrag, höchstens abgerundeter Gewerbeertrag | 24.500 | EUR | ab Erhebungszeitraum 2008 | § 11 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 GewStG |
| Gewerbeertragsfreibetrag bestimmte Unternehmen (u. a. § 2 Abs. 3 GewStG, juristische Personen des öffentlichen Rechts) | Freibetrag, höchstens abgerundeter Gewerbeertrag | 5.000 | EUR | ab Erhebungszeitraum 2008 | § 11 Abs. 1 Satz 3 Nr. 2 GewStG |
| Freibetrag Kapitalgesellschaften | kein Freibetrag | 0 | EUR | Kapitalgesellschaften sind in § 11 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 und 2 nicht genannt | § 11 Abs. 1 Satz 3 GewStG |
| Steuermesszahl | Messzahl | 3,5 | % des abgerundeten, um den Freibetrag gekürzten Gewerbeertrags | ab Erhebungszeitraum 2008 | § 11 Abs. 2 GewStG |
| Steuermesszahl Hausgewerbetreibende | ermäßigte Messzahl | 56 | % der Messzahl | gilt für Hausgewerbetreibende und die in § 11 Abs. 3 Satz 1 GewStG genannten gleichgestellten Personen | § 11 Abs. 3 Satz 1 GewStG |
| Hinzurechnung Finanzierungsanteile | Hinzurechnungsfreibetrag | 200.000 | EUR; hinzugerechnet wird ein Viertel des Betrags, der diese Summe übersteigt | Summe aus Entgelten für Schulden, Renten und dauernden Lasten, Gewinnanteilen stiller Gesellschafter und den anteiligen Miet-, Pacht- und Lizenzaufwendungen | § 8 Nr. 1 Buchst. a bis f GewStG |
| Anteile der Hinzurechnung | Hinzurechnungsanteil | Entgelte für Schulden, Renten, Gewinnanteile stiller Gesellschafter: 100. Miete bewegliche Wirtschaftsgüter: 20. Miete unbewegliche Wirtschaftsgüter: 50. Lizenzen: 25 | % des jeweiligen Aufwands, bevor die Summe gebildet wird | Elektrofahrzeuge, bestimmte Hybridfahrzeuge und Fahrräder nur zur Hälfte | § 8 Nr. 1 Buchst. a, b, c, d, e, f GewStG |
| Kürzung Grundsteuer | Kürzung | tatsächlich als Betriebsausgabe erfasste Grundsteuer | EUR | für Grundbesitz im Betriebsvermögen; auf Antrag erweiterte Kürzung für reine Grundstücksverwaltung | § 9 Nr. 1 Satz 1 und 2 GewStG |
| Kürzung Spenden | Höchstbetrag | 20% des um § 8 Nr. 9 GewStG erhöhten Gewinns oder 4 Promille der Summe aus Umsätzen und Löhnen/Gehältern | % beziehungsweise Promille | an begünstigte Empfänger; Überhang in folgenden Erhebungszeiträumen abziehbar | § 9 Nr. 5 Satz 1, 2, 8 GewStG |
| Schachtelprivileg inländische Kapitalgesellschaften | Kürzung | Gewinne aus Anteilen | EUR | Beteiligung zu Beginn des Erhebungszeitraums mindestens 15% | § 9 Nr. 2a Satz 1 GewStG |
| Gewerbeverlust | Verlustabzug, bis 1 Mio. EUR voll | 1.000.000, darüber 60 | EUR bzw. % des 1 Mio. EUR übersteigenden Gewerbeertrags | Kürzung um vortragsfähige Fehlbeträge; § 8c und § 8d KStG entsprechend anwendbar | § 10a Satz 1, 2, 10, 11 GewStG |
| Hebesatz | Gemeinde-Prozentsatz | von der hebeberechtigten Gemeinde bestimmt | % des Steuermessbetrags | für alle Unternehmen der Gemeinde gleich | § 16 Abs. 1, Abs. 4 Satz 1 GewStG |
| Mindesthebesatz | Untergrenze | 200 | % | gilt, wenn die Gemeinde keinen höheren Hebesatz bestimmt hat | § 16 Abs. 4 Satz 2 GewStG |
| Hebesatz-Beschluss | Frist | bis 30. Juni, mit Wirkung vom Beginn des Kalenderjahres | Datum | danach nur, wenn der Hebesatz die letzte Festsetzung nicht überschreitet | § 16 Abs. 3 Satz 1 und 2 GewStG |
| Hebesatz-Obergrenzen | landesrechtlich | nach Landesrecht | – | Verhältnis zur Grundsteuer, Höchstsätze und Ausnahmen regeln die Länder | § 16 Abs. 5 GewStG |
Der Hebesatz einer Gemeinde ergibt sich aus ihrer Hebesatzsatzung für das jeweilige Jahr. Eine Hebesatz-Datenbasis sollte pro Wert Gemeinde, Jahr und amtliche Quelle enthalten. Ein bundesweit einheitlicher Wert existiert nicht.
Anrechnung auf die Einkommensteuer
Bei Einkünften aus Gewerbebetrieb ermäßigt sich die tarifliche Einkommensteuer um das Vierfache des Gewerbesteuer-Messbetrags, bei Mitunternehmern um das Vierfache des anteiligen Messbetrags (§ 35 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 und 2 EStG ). Sie gilt nicht für Kapitalgesellschaften.
| Parameter | Art | Wert | Einheit | Fundstelle |
|---|---|---|---|---|
| Anrechnungsfaktor | Faktor | 4 | × Gewerbesteuer-Messbetrag | § 35 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1, Nr. 2 EStG |
| Ermäßigungshöchstbetrag | Begrenzung | positive gewerbliche Einkünfte ÷ Summe aller positiven Einkünfte × geminderte tarifliche Steuer | EUR | § 35 Abs. 1 Satz 2 EStG |
| Zahlungsgrenze | Begrenzung | tatsächlich zu zahlende Gewerbesteuer | EUR | § 35 Abs. 1 Satz 5 EStG |
| Mitunternehmeranteil | Verteilung | nach allgemeinem Gewinnverteilungsschlüssel, ohne Vorabgewinnanteile; Prozentsatz auf zwei Nachkommastellen gerundet | % | § 35 Abs. 2 Satz 2 und 4 EStG |
Prüfwerte
Alle Werte sind nach den genannten Annahmen berechnet. Hebesätze sind Rechenwerte, keine amtlichen Gemeindesätze. Bei den Gewerbesteuer-Fällen gilt: Gewerbeertrag nach Hinzurechnungen, Kürzungen und Verlustabzug, ohne Kirchensteuer. Bei den § 35-Fällen ist der Ermäßigungshöchstbetrag nach Abs. 1 Satz 2 als nicht begrenzend angenommen. Die Prüfwerte wurden nicht mit einem BMF-Rechner verglichen.
| Nr. | Fall | Eingaben | Rechenweg | Ergebnis |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Gewerbeertrag genau am Freibetrag, natürliche Person | 24.500 EUR; Hebesatz 400% | 24.500 − 24.500 = 0 | Messbetrag 0 EUR, Gewerbesteuer 0 EUR |
| 2 | Abrundung unterhalb der Schwelle | 24.599 EUR; Hebesatz 400% | abgerundet 24.500; − 24.500 = 0 | Gewerbesteuer 0 EUR |
| 3 | Erste Stufe oberhalb der Schwelle | 24.600 EUR; Hebesatz 400% | 24.600 − 24.500 = 100; × 3,5% = 3,50; × 400% | Messbetrag 3,50 EUR, Gewerbesteuer 14,00 EUR |
| 4 | Normalfall, natürliche Person, Mindesthebesatz | 100.000 EUR; Hebesatz 200% | 100.000 − 24.500 = 75.500; × 3,5% = 2.642,50; × 200% | Gewerbesteuer 5.285,00 EUR |
| 5 | Abrundung im Normalfall | 100.099 EUR; Hebesatz 400% | abgerundet 100.000; − 24.500 = 75.500; × 3,5% = 2.642,50; × 400% | Gewerbesteuer 10.570,00 EUR |
| 6 | Kapitalgesellschaft, kein Freibetrag | 100.000 EUR; Hebesatz 400% | 100.000 × 3,5% = 3.500,00; × 400% | Gewerbesteuer 14.000,00 EUR |
| 7 | Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag, VZ bis 2027 | zu versteuerndes Einkommen 100.000 EUR | 100.000 × 15% = 15.000,00; × 5,5% = 825,00 | 15.825,00 EUR |
| 8 | Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag, VZ 2028 | 100.000 EUR | × 14% = 14.000,00; × 5,5% = 770,00 | 14.770,00 EUR |
| 9 | Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag, ab VZ 2032 | 100.000 EUR | × 10% = 10.000,00; × 5,5% = 550,00 | 10.550,00 EUR |
| 10 | Hinzurechnung, Summe über dem Freibetrag | Zinsen 150.000 EUR; Miete unbewegliche Wirtschaftsgüter 400.000 EUR | 150.000 + 400.000 × 50% = 350.000; − 200.000 = 150.000; × ¼ | Hinzurechnung 37.500 EUR |
| 11 | Hinzurechnung, Summe am Freibetrag | Summe der Hinzurechnungsanteile 200.000 EUR | 200.000 − 200.000 = 0 | Hinzurechnung 0 EUR |
| 12 | Verlustabzug über 1 Mio. EUR | Gewerbeertrag 1.500.000 EUR; Fehlbeträge 2.000.000 EUR | 1.000.000 + 60% × 500.000 = 1.300.000; 1.500.000 − 1.300.000 | maßgebender Gewerbeertrag 200.000 EUR |
| 13 | § 35 EStG, Hebesatz unter 400% | Messbetrag 2.642,50 EUR (Fall 4); Hebesatz 200% | 4 × 2.642,50 = 10.570,00; Gewerbesteuer 5.285,00 | Anrechnung 5.285,00 EUR (Zahlungsgrenze) |
| 14 | § 35 EStG, Hebesatz genau 400% | Messbetrag 2.642,50 EUR; Hebesatz 400% | 4 × 2.642,50 = 10.570,00; Gewerbesteuer 10.570,00 | Anrechnung 10.570,00 EUR, keine Restbelastung |
| 15 | § 35 EStG, Hebesatz über 400% | Messbetrag 2.642,50 EUR; Hebesatz 480% | Gewerbesteuer 12.684,00; Anrechnung 4 × 2.642,50 = 10.570,00 | Restbelastung 2.114,00 EUR |
Die Nummern 13 bis 15 zeigen, dass die Anrechnung bei einem Hebesatz von genau 400% die Gewerbesteuer vollständig ausgleicht. Darunter begrenzt die Zahlungsgrenze, darüber bleibt ein Rest.
Zu Nr. 10 und 11: Die Hinzurechnung ist ein Viertel des Betrags oberhalb von 200.000 EUR. Die Anteile (100%, 20%, 50%, 25%) gelten vor der Summenbildung. Nr. 12 setzt voraus, dass die Fehlbeträge nicht nach § 8c oder § 8d KStG eingeschränkt sind.